Dhekra: „Wenn man ein Ziel hat, wird alles Schwierige leicht“

Eine junge Frau in roter Dienstkleidung auf einem Gang im Pflegeheim

„Wenn man ein Ziel hat, dann wird alles Schwierige leicht.“

– Dhekra im Interview

Dhekra, 22 Jahre · aus Tunesien, seit 1,5 Jahren in Deutschland · FSJ in der Altenpflege · jetzt: Ausbildung zur Pflegefachkraft bei der Diakonie Dresden

Wie kam es dazu?

Ich hatte in Tunesien schon ein Jahr im Kindergarten gearbeitet. Dann habe ich mich gefragt: Warum probiere ich es nicht als Au-pair? Dafür habe ich in Tunesien angefangen, Deutsch zu lernen, und einen A1-Abschluss gemacht.

Der erste Tag

Der erste Tag im Altenheim war schwierig, ich hatte keine Erfahrung. Ich habe mir gesagt: Du kannst es probieren, zurück kannst du immer noch. Die Kolleg:innen und die Chefin waren von Anfang an so nett zu mir. Wenn die Zusammenarbeit im Team stimmt, ist alles einfach.

Was macht man eigentlich?

Meine Aufgaben im Altenheim: Essen reichen, Hilfe beim Anziehen, und manchmal gehen wir gemeinsam spazieren.

Im Vordergrund eine ältere Dame im Rolltuhl an einem Tisch. Dahinter die Pflegerin Dhekra

Herausforderungen und wer hilft

Nicht jede Begegnung war leicht. Eine Bewohnerin war mir gegenüber wiederholt abweisend und hat sich abwertend geäußert. Meine Chefin und mein Team haben sofort reagiert: Es gab ein klares Gespräch, und ich musste sie danach nicht mehr versorgen. Das hat mir gezeigt, dass ich mich auf mein Team verlassen kann. Es gibt auch viele andere Bewohner:innen, die sagen: „Dhekra, du sprichst gut, ich bin stolz auf dich.“ Das macht mich sehr glücklich.

Hat sich dein Blick verändert?

Am Anfang hatte ich Respekt und auch etwas Angst, Fehler zu machen. Heute sehe ich ältere Menschen wie meine eigene Familie. Pflege ist für mich nicht nur Arbeit, sondern vor allem Geduld und Respekt. Die Bewohner:innen geben mir jeden Tag das Gefühl, dass meine Arbeit einen echten Wert hat.

Schöner Moment

Eine Bewohnerin sagt mir immer: Dhekra, du hast schöne braune, dunkle Augen. Als sie gehört hat, dass mein Freiwilliges Soziales Jahr bald endet, hat sie geweint. Das hat mich sehr traurig gemacht, aber es hat auch mein Herz berührt. Ich bin glücklich, dass ich etwas Schönes hinterlassen habe.

Und jetzt?

Nächste Woche beginne ich meine Ausbildung zur Pflegefachkraft, bei der Diakonie Dresden. Ich freue mich sehr darauf.

Ihr rat an dich

Macht diesen Schritt und habt keine Angst! Der Anfang ist schwer, das ist ganz normal. Aber wenn man ein klares Ziel hat, wird das Schwere leicht. Ein Freiwilliges Jahr öffnet viele Türen für die Zukunft.

Das Gespräch führten Friederike Keller (Diakonie Sachsen) und Janine Schneider (Diakonie Dresden), August 2026.